Ephéméride éclectique d'une librocubiculariste glossophile et mélomane.
20 Mai 2026
Ce matin, un lied enjoué : « Die Taubenpost ». Loin d’être une coda triviale aux chansons de Heine, ‘Die Taubenpost’ incarne la quintessence du style tardif de Schubert, répondant à la morosité de ‘Der Doppelgänger’ avec un optimisme prudent, mais résilient qui se retrouve dans tant de dernières œuvres.
Die Taubenpost
Ich hab eine Brieftaub in meinem Sold,
Die ist gar ergeben und treu;
Sie nimmt mir nie das Ziel zu kurz
Und fliegt auch nie vorbei.
Ich sende sie viel tausendmal
Auf Kundschaft täglich hinaus,
Vorbei an manchem lieben Ort,
Bis zu der Liebsten Haus.
Dort schaut sie zum Fenster heimlich hinein,
Belauscht ihren Blick und Schritt,
Gibt meine Grüße scherzend ab
Und nimmt die ihren mit.
Kein Briefchen brauch’ ich zu schreiben mehr,
Die Träne selbst geb’ ich ihr,
Oh, sie verträgt sie sicher nicht,
Gar eifrig dient sie mir.
Bei Tag, bei Nacht, im Wachen, im Traum,
Ihr gilt das alles gleich,
Wenn sie nur wandern, wandern kann,
Dann ist sie überreich.
Sie wird nicht müd, sie wird nicht matt,
Der Weg ist stets ihr neu,
Sie braucht nicht Lockung, braucht nicht Lohn,
Die Taub’ ist so mir treu.
Drum heg ich sie auch so treu an der Brust,
Versichert des schönsten Gewinns;
Sie heißt: die Sehnsucht – kennt ihr sie? –
Die Botin treuen Sinns.
Ephéméride éclectique d'une librocubiculariste glossophile et mélomane